Compagnie el Contrabando Anet Fröhlicher
No Tears

12.08. – 22.08. 2020
Tanzinszenierung
jeweils Mittwoch bis Samstag
Vorstellungsbeginn 20.30
Abendkasse und Bar ab 19.45

keine Kartenzahlung
Eintritt 35.–
reduzierter Eintritt für Schüler & Studenten  28.–

„In jeder Sekunde gibt es auf dieser Welt eine lange Schlange weinender Menschen und eine kürzere solcher, die lachen. Aber es gibt auch eine dritte Schlange, die nicht mehr weint und nicht mehr lacht. Die traurigste von den dreien.“ (aus: „Natürlicher Roman“ von Georgi Gospodinov)

Der Mensch, die Menschen in ihrem zwischenmenschlichen Gefüge, das Leben bestreitend, ausführend zwischen Konsens und Dissens, Harmonie und Disharmonie, Aggression und Liebe. Die sog. „erste Natur“ des Menschen, die angeborenen Gefühle, Reaktionen und Vorlieben. Sie haben sich über Jahrtausende entwickelt. Idealtypisch formuliert, gewährleisten sie ein fast reibungsloses Funktionieren des Menschen in seiner sozialen wie ökologischen Umwelt. Genetisch verankert, müssen sie nur beschränkt erlernt werden. Sie implizieren eine Art natürliche Moral, die das zwischenmenschliche Miteinander reguliert (aus: „Das Tagebuch der Menschheit“, Carel van Schaik & Kai Michel).

 
Das Orchester – seine Orchestrierung


Das Miteinander der Menschen als Orchester mit seinen Harmonien und Disharmonien. Einspiel, Stimmen und Spiel, ein labiles Gleichgewicht, ein labiles Ungleichgewicht.


Durch fehlleitende, als solche unerkannte Propaganda, wird diese „erste Natur“ der Menschen ausgehebelt, destruiert, zerstört; sich perpetuierend bis hin zum Krieg. Ein Dickicht von Interessenverfolgung, undurchschaubar und verborgen. Es gilt: Eine simple Lüge ist einfacher zu verbreiten als eine komplexe Wahrheit. Auf Propaganda folgt Zensur. Kriege passieren nicht zufällig, sondern werden jahrelang im Verdeckten vorbereitet. Menschen werden durch verwirrende, manipulative Propaganda dazu gebracht, Krieg zu wollen, zu praktizieren, zu dulden. Das Orchester wird orchestriert. Den Krieg machen diejenigen, die selber nicht ins Blut gehen. Diejenigen, die ins Blut gehen, werden erst gefeiert, dann weggeworfen; ihre Seelen: verkauft, ihre Menschlichkeit: sabotiert – kein Platz für Tränen. Das Orchester hat ausgespielt. Es ist zerstört.

„NO TEARS“ ist ein Anschlussprojekt zur letzten Produktion „Kalaschnikowa“. Ein Appell zu Wachsamkeit, in den Worten von R. von Weizäcker in seiner historischen Rede zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa, am 8. Mai 1985, anlässlich der Gedenkstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages ausgedrückt:
„Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass, gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiss. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“

mit freundlicher Unterstützung
So-Kultur, Stadt Solothurn, Ernst Göhner Stiftung,
Stanley Thomas Johnson Stiftung, Migros Kultur Prozent,
Kulturfonds des Anzeigerverbandes Bucheggberg-Wasseramt,
Hotel/Restaurant Kreuz, Schweizerische Interpretenstiftung,
Eventtechnik VXCO