John Beech
Door to the Window

25.09. – 25.12. 2011

John Beech: Door to the Window

John Beech arbeitete drei Wochen als ein „Artist in Residence“ im Haus der Kunst in Solothurn. Die hier in dieser Ausstellung zu sehenden Werke sind fast ausschliesslich neu und während dieser Zeit entstanden. Sie zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit Ort und Ausstellungsraum.

Für die Ausstellung wählt John Beech den Titel „Door to the Window“. Der Ausstellungstitel ist vom runden Fenster in der Kirchenfassade inspiriert, das als verbindendes Element zwischen dem Ausstellungsraum und der umliegenden Welt dient. Es schafft eine Wechselwirkung zwischen Kunst und Natur, zwischen Fiktion und Realität.

Bereits der berühmte italienische Humanist Leon Battista Alberti bezeichnete ein Gemälde als „finestra aperta“, als offenes Fenster. Kunst kann als Fenster dienen, um Bekanntes in ungewohnter Perspektive wahrzunehmen. Mit ihrer öffnenden Wirkung kann uns Kunst den Blick hinter Wände, und somit die freie Sicht ermöglichen. So wagen wir doch einen Blick durchs Fenster.

Das durchs runde Fenster in den Ausstellungsraum dringende Licht wandert im Verlaufe des Tages über den Ausstellungsboden. Schliesslich erreicht es John Beechs Skulpturen und zaubert einen Lichtschimmer auf deren Oberflächen. Durch die Reflexion des Lichtes scheinen sie sich in ihrer Materialität aufzulösen. Die Skulpturen erscheinen wie vom Himmel gefallene Sterne, die am Boden verglühen.

Von einer Metallrecyclingstelle in Solothurn bringt John Beech Fundmaterialien in den Ausstellungsraum und beginnt damit skulpturale Objekte zu kreieren. Das Resultat sind übereinander gestapelte Metallschienen. Sie weisen in unterschiedliche Richtungen, wie Vektoren, die den Raum definieren und erkunden. Sie scheinen noch weiter in den Raum vorzustossen und geben den Skulpturen eine über ihre eigentliche Materialität weisende Ausdehnung. Da die Verbindungsstücke offen sichtbar sind, ist gut erkennbar, wie sich die Konstruktion zusammenhält. Neben der ursprünglich belassenen Farbgebung der einzelnen Elemente sind neue Farbakzente aufgetragen worden, die der Konstruktion ein einheitliches Gewand verleihen. Gleichwohl sind noch Spuren des Gebrauchs zu erkennen. Schriften wie „ufficio“ sind belassen, so ist gut zu sehen, für welchen ursprünglichen Zweck die Einzelteile dienten. Nun sind sie jedoch in einen anderen Kontext gestellt. Denn anstatt wacker zu tragen, halten sie hier nur noch ein unsicheres Gleichgewicht bei. Die zuvor noch tragenden Träger befinden sich am Rande des Zusammenbruchs.

Michael Babics

Door to the Window

John Beech spent three weeks as an “Artist in residence” in the Haus für Kunst in Solothurn. Nearly all the works you can see in the exhibition are new and were created during this period. They show his intensive work with new material and the exhibition space.

For the exhibition John Beech chose the title “Door to the Window”. The title is inspired by the round window that is behind you: the oculus in the church façade. The oculus functions like a connecting link between the church and the outside world, between art and nature, between imagination and reality.

The famous Italian humanist Leon Battista Alberti declared a painting as a “finestra aperta”, an open window. Like a window also art can change your perspective. Sometimes it even allows you to see behind walls.

So let’s take a look through the window.

The round window beams light into the exhibition room. During the course of the day the rays of light wander over the exhibition floor and over John Beech’s sculptures and create a shimmer on their surfaces. The metal pieces become nearly immaterial. The sculptures appear like fallen stars that still glow on the ground.

John went to a metal recycling place in Solothurn where he got the admission to climb on top of the heap. He chose some metal pieces and brought the found material to the exhibition room to create new sculptural objects. The result you can see here in front of you.

The metal pieces have now been stacked and lead in different directions. The bolts are very visible, so it’s obvious how the single pieces are fixed together. There are marks on the beams and writings like „ufficio“ and the individual pieces still hold their original colour. However on some parts there are new paint marks, which give the whole structure a unifying element. You can recognize the single pieces as known objects but now they are placed into another context. Their function “to support “ is changed in a precarious balance. The beams still support each other but they seem on the verge of collapsing.

Michael Babics